
Polizistinnen und Polizisten sehen in ihrem Arbeitsalltag jahrelang in menschliche und gesellschaftliche Abgründe. Sie sollen Gewalt verhindern, stoppen und im Nachhinein aufklären. Sie werden gerufen, wenn Menschen erschossen, erstochen oder erwürgt wurden. Unter den Opfern sind nicht selten Kinder. Solche Erlebnisse verändern und belasten Menschen – natürlich auch Polizistinnen und Polizisten.
Der katholische Polizeiseelsorger für Hamburg – Gernot Wüst – stellte uns am 17. März 2026 seine Arbeit vor. Die Polizeiseelsorge ist fester Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), hat aber als Besonderheit das Seelsorgegeheimnis. Gernot Wüst und sein evangelischer Kollege behandeln alle Gespräche absolut vertraulich. Es werden keinerlei Notizen gemacht und niemand erfährt, wann und worüber gesprochen wurde. Die Seelsorger bieten allen Polizeibediensteten Hilfestellung und Begleitung nicht nur nach belastenden Einsätzen und Erlebnissen, sondern auch für persönliche und berufliche Fragestellungen.
Ein weiterer Verantwortungsbereich der Polizeiseelsorge ist der berufsethische Unterricht im Rahmen der Polizei-Ausbildung. Dort werden grundlegende Maßstäbe polizeilichen Handelns vermittelt und reflektiert.
Gernot Wüst stand uns geduldig für viele Fragen zur Verfügung und wir dankten ihm für seinen engagierten Vortrag und seine Mühe sehr.



